Für das 16. Kurdische Filmfestival Berlin 2026 richten wir den Blick auf eine wenig erzählte Geschichte: die der Kurden in der ehemaligen Sowjetunion.
Zwischen Deportation und Hoffnung, zwischen staatlicher Kontrolle und kultureller Selbstbehauptung entwickelte sich dort über Jahrzehnte hinweg eine eigenständige kurdische Kulturlandschaft – geprägt von den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Bedingungen der Sowjetzeit.
Dieser Festivalfokus versteht sich als Versuch, verstreute Fragmente einer kollektiven Erinnerung zusammenzuführen und sichtbar zu machen. Er erzählt von einer kurdischen Identität, die sich in einem sozialistischen Kontext formte – in Filmen, Fotografien, Liedern, literarischen Zeugnissen und persönlichen Erinnerungen, die in Archiven, Familienalben und mündlichen Überlieferungen bewahrt wurden.
Unser Ziel ist es, Film, Kunst und Geschichte in einen offenen Dialog zu bringen.
Das Programm lädt dazu ein, die Beziehungen zwischen Erinnerung und Zugehörigkeit, Sprache und Grenzen, Archiv und Gegenwart neu zu betrachten. Es untersucht, wie kulturelle Identität unter besonderen politischen Bedingungen bewahrt, verändert und weitergegeben wird.
Der Fokus versteht sich nicht als reine historische Rückschau, sondern als künstlerische Annäherung an Fragen, die bis heute nachwirken:
Wie wird kulturelle Identität in der Diaspora bewahrt?
Welche Spuren hinterlässt ein politisches System, das Zugehörigkeit zugleich ermöglicht und begrenzt?
Und wie prägen diese Erfahrungen das kurdische Bewusstsein der Gegenwart?
Mit Filmen, Gesprächen und künstlerischen Beiträgen eröffnet das Festival einen Raum für Erinnerung, Austausch und neue Perspektiven auf eine bislang wenig sichtbare Facette kurdischer Geschichte.