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Kurdy-Yezidy (1932/33)

Erscheinungsjahr
1932-1933
Verfügbare Sprachen
Stummfilm
Produktion
Soviet Union, Armenia
Laufzeit
61 min

Der Film schildert den Prozess der Gründung einer Kolchose (landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft) in einem kurdischen Dorf. Dabei stehen die sozialen und politischen Veränderungen während der Kollektivierung in der frühen Sowjetunion im Mittelpunkt. Das Interesse des Regisseurs Amasi Martirosyan an diesem Thema entstand bereits während seiner Tätigkeit als Schauspieler in Hamo Beknazaryans Film „Zare“ (1926), dem ersten Spielfilm über das harte Leben der Kurden unter der zaristischen Herrschaft. Im Gegensatz zu „Zare“ schildert „Kurdy-Yezidy“ die Veränderungen im Leben der jesidischen Kurden in den ersten Jahren der Sowjetmacht. Im Mittelpunkt der Handlung steht der Kampf der neuen Regierung gegen Analphabetismus und religiöse Vorurteile, die nach Auffassung der sowjetischen Ideologie die Ausbeutung der sozial schwächsten Bevölkerungsschichten begünstigten. Scheichs und Kulaken werden als Gegner der neuen Ordnung dargestellt, die versuchen, den Einsatz der Sowjetmacht für die Rechte und die Freiheit der Bauern zu sabotieren. Darüber hinaus thematisiert der Film die Ausbeutung der Frauenarbeit innerhalb der patriarchalisch geprägten kurdischen Gesellschaft. „Kurdy-Yezidy“ entstand im Rahmen der sowjetischen Kampagne zur Alphabetisierung und Förderung der Bildung und gehört zum Typus des sogenannten „Politprosvetfilms“ – politisch-pädagogischer Filme, die der ideologischen Aufklärung dienen sollten. Aus diesem Grund lehnten einige Kritiker den Film als ernstzunehmendes Kunstwerk ab und warfen ihm eine vereinfachende, propagandistische Darstellung vor. Andere Rezensenten gelangten jedoch zu einer gegenteiligen Einschätzung. Sie hoben insbesondere den ethnografischen Blick des Regisseurs, die Konzentration auf realistische Details, die Lebendigkeit der Figuren sowie die gelungene Verbindung professioneller Schauspieler mit authentischen Landschaften und Originalschauplätzen hervor. Gerade die dokumentarisch anmutende Kameraführung und die Dreharbeiten an Originalschauplätzen verleihen dem Film einen hohen historischen und ethnografischen Wert. Heute gilt „Kurdy-Yezidy“ als eines der frühesten filmischen Zeugnisse über das Leben der jesidischen Kurden in Sowjetarmenien und als bedeutendes Dokument der frühen armenischen Filmgeschichte.