Amasi Petrossi Martirosyan

Amasi Petrossi Martirosyan

Amasi Martirosyan (1897–1971) war ein armenischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler und zählt zu den Wegbereitern des armenischen und sowjetischen Kinos. Er wurde am 18. April 1897 in Jerewan geboren und starb dort am 21. Dezember 1971. Mit seinen Filmen prägte er die Entwicklung des armenischen Films in den 1920er bis 1940er Jahren und schuf Werke, die bis heute als wichtige Zeugnisse der Kultur- und Filmgeschichte gelten. Karriere Martirosyan begann seine filmische Laufbahn in den 1920er Jahren bei den Armenfilm-Studios. Zunächst war er als Schauspieler und Regieassistent tätig, bevor er selbst Regie führte. Seine Filme beschäftigen sich mit sozialen Fragen, dem Leben der Landbevölkerung sowie mit armenischer Literatur, Folklore und den gesellschaftlichen Veränderungen der frühen Sowjetzeit. Zu seinen bedeutendsten Regiearbeiten zählen: „Kurdy-Yezidy“ (1932/33) – einer der frühesten Filme über das Leben der jesidischen Kurden in Sowjetarmenien. Gikor“ (1934) – die Verfilmung der gleichnamigen Erzählung von Hovhannes Tumanyan, bis heute ein Klassiker des armenischen Kinos. „Kaj Nazar“ (1940) (Nazar der Tapfere) – eine Verfilmung eines bekannten armenischen Volksmärchens. „Kurdy-Yezidy“ (1932/33) Mit „Kurdy-Yezidy“ schuf Martirosyan einen der ersten Filme, der die Lebenswelt der jesidischen Kurden in den Mittelpunkt stellt. Der Film erzählt von der Gründung einer Kolchose in einem kurdischen Dorf in Sowjetarmenien und verbindet dokumentarische Beobachtungen mit einer Spielfilmhandlung. Im Zentrum stehen die gesellschaftlichen Veränderungen während der frühen Sowjetzeit – darunter die Alphabetisierung, der Wandel traditioneller Lebensweisen und die Rolle der Frauen innerhalb der Dorfgemeinschaft. Neben seiner ideologischen Einbettung in die sowjetische Kulturpolitik besitzt der Film einen hohen dokumentarischen und ethnografischen Wert. Die authentischen Drehorte, die detailreiche Darstellung des Alltags und die Nähe zu den Menschen machen „Kurdy-Yezidy“** zu einem einzigartigen filmhistorischen Dokument und zu einer der frühesten filmischen Darstellungen der jesidischen Kurden. Schauspieler und Regieassistent Noch bevor Martirosyan als Regisseur bekannt wurde, wirkte er als Schauspieler in mehreren bedeutenden Filmen mit. Dazu gehören „Namus“ (1925), „Zare“ (1926)– der erste Spielfilm über die jesidische Gemeinschaft – sowie „Khaspush“ (1928). Darüber hinaus arbeitete er als Regieassistent an verschiedenen Produktionen der Armenfilm-Studios und sammelte dort wertvolle Erfahrungen für seine spätere Regietätigkeit. Auszeichnungen Für seine Verdienste um das armenische und sowjetische Kino wurde Martirosyan mehrfach ausgezeichnet. Er erhielt den Ehrentitel Volkskünstler der Armenischen SSR sowie hohe staatliche Auszeichnungen, darunter den Orden des Roten Banners der Arbeit und den Orden des Ehrenzeichens. Bedeutung Amasi Martirosyan gehört zu jener Generation von Filmschaffenden, die das Fundament des modernen armenischen Kinos legten. Sein Film „Kurdy-Yezidy“nimmt dabei eine besondere Stellung ein: Er zählt zu den frühesten filmischen Zeugnissen über die jesidischen Kurden und dokumentiert eine Kultur und Lebensweise, die im Kino bis dahin kaum sichtbar war. Heute gilt der Film gleichermaßen als bedeutendes Werk der armenischen Filmgeschichte und als wertvolle historische Quelle für die Kultur der jesidischen Kurden.